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21. Juli 2007, 14:39 Uhr, Amandi

Gestern

Diese Geometrie. Diese dunklen Riesen aus Stein. Glatt. Glatte Fläche erhebt sich vom Boden weit weithin über mich in den Himmel. Diese vielen verschiedenen Rechtecke und Quadrate und in ihrer Mitte der Kreis. Wunderbarer Hof. In diesem Hof die vielen Menschen. Junge, aufstrebende Menschen, die glauben, heute bei einem wichtigen Ereignis dabei zu sein. Eine Wand des Hofes ist vollständig gesäumt mit Menschen, weil es hier eine Stufe gibt, auf der sie Platz nehmen können. Die einzige Möglichkeit, Platz zu nehmen, wenn man vom Boden absieht. Der Hof ist gepflastert mit diesen Steinen, die gleichzeitig eine Lücke lassen. Also Stein-Lücke-Stein-Lücke. Dadurch ist der Boden Stein und Rasen zugleich und man setzt sich gern auf ihn. Trotzdem stehen alle in diesem nächtlichen Hof. Es gibt keine Musik. Nur diese Gespräche, die unheimlich laut wirken, obwohl alle nur sprechen. Ich mache mir Gedanken über Akustik.
Es ist eindeutig ein wichtiges, gesellschaftliches Ereignis hier. Die Ausstellungseröffnung des Bildhauerei-Abschlussjahrgangs der hiesigen Kunsthochschule. Die geschäftigen Leute. Die Wichtigkeit. Hier fällt mir die Abwesenheit des Lebens, wie ich es schätze, auf. Exklusivität ist hier. Jeder interessiert sich nur für die Gruppe, mit der er hier ist. Allen anderen zeigt er die kühle Schulter.
Meine Freundin Marit und ich treffen zufällig Bekannte. Wir lassen uns in den Kreis einer kleinen Gruppe lotsen. Alles Leute dieser Hochschule, die aber seit kurzem auf den Arbeitsmarkt geworfen sind. Ich werde gefragt, wie es mit meinen Projekten steht. Ich verstehe nicht schnell genug, was mir mein gutes Gefühl vertreibt. Die zwei Männer der Gruppe schauen mit leerem Gesicht ins Richtungslose. Die Dreiergruppe der Frauen wirkt hingegen sehr aufgeregt. Jetzt erst fällt mir der Blick von Ildiko auf. Den kenn ich, seit ich sie kenne. Ganz banale Unsicherheit. Und das bei dieser Frau, die ihren Marktwert ganz genau kennt und sich nicht schräg kommen lässt. Die junge, schöne Frau rechts neben mir lächelt unaufhörlich. Wenn jemand sie anschaut, verstärkt sie das Lächeln. Da wo in mir eben noch Angefülltheit war, hat sich jetzt Leere breitgemacht. Ich kann hier nichts mehr reißen und beschließe, nach Hause zu fahren.


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